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01.08. Glücksburg Ironmen

„Glaub an dich“ - Martin Schnafel tut´s
 
 
Altersklassensieg, neue Bestzeit und ein neuer Vereinsredkord: Martin Schnafel konnte stolz auf sich sein.
Altersklassensieg, neue Bestzeit und ein neuer Vereinsredkord: Martin Schnafel konnte stolz auf sich sein.
 
Ahlen - „Wir telefonieren morgen um 17 Uhr“, scherzte Martin Schnafel mit seinen Vereinskollegen vom ASC Ahlen noch am Samstagabend. Dass er das Telefon seiner Frau am nächsten Tag tatsächlich um kurz nach 17 Uhr am Ohr halten würde, wagte er nicht ernsthaft zu prophezeien. Schließlich stand für ihn eine Triathlon-Langdistanz auf dem Programm - der Ostseeman in Glücksburg. Eine Zielankunft um 17 Uhr hätte bedeutet, dass er die 3,8 Kilometer Schwimmen in der Ostsee, die 180 Kilometer auf dem Rad und den abschließenden Marathon in unter zehn Stunden absolviert hätte. Doch genau das gelang Martin Schnafel - zum ersten Mal in seiner sportlichen Karriere.

 

„Es war erste Sahne. Im Ziel habe ich richtig die Arme hochgerissen“, erzählte er. Doch auch zu Beginn wurden die Arme stark beansprucht. Schließlich hieß es, sich beim Schwimmstart schnell einen der vorderen Plätze zu erkämpfen. „Kurz nach dem Start gibt es eine scharfe 90 Grad-Kurve. Da geht es eng zu“, wusste Schnafel von vorherigen Starts an der Ostsee. Bis zu 800 Starter wollen schnell um die Kurve. Da kann man viel Zeit verlieren. Doch Schnafel überstand diese erste Schwierigkeit ohne Probleme. Danach benötigte er etwas Zeit, um seinen eigenen Rhythmus zu finden, doch auch dies gelang ihm schließlich. Am Ende konnte ihn nicht einmal die blendende Sonne entscheidend stören, so dass er das Schwimmen in guten 1:04:24 Stunden hinter sich brachte.

 

Danach ging es ohne viel Zeit zu verlieren aufs Rad. Obwohl die Strecke sich wellig und anspruchsvoll zeigte, bewegte sich Schnafel innerhalb seines vorher berechneten schnellen Zeitplans. Für die 180 Kilometer und die beiden Wechsel benötigte er gerade mal 5:12:41 Stunden. „Das fühlte sich sehr locker an. In der letzten Runde habe ich sogar das Tempo herausgenommen“, erzählt der ASC-Vorsitzende. So ging er mit relativ frischen Beinen auf die Laufstrecke, die es in sich hatte. Jede der fünf Runden hat eine schwierige Steigung, zudem wechselt der Untergrund ständig. „Von Schotter über Kies bis hin zu Asphalt ist alles dabei“, charakterisierte Schnafel die Strecke, die er besser als je zuvor durchlief. Lediglich in der dritten Runde, ein halber Marathon war gerade geschafft, kam eine Schrecksekunde. Die Euphorie war weg, bleierne Müdigkeit legte sich über seinen Körper. Aber genau da erinnerte er sich an die Fernsehübertragung der olympischen Winterspiele, bei denen ein Betreuer dem Athleten zurief: „Glaub an dich!“ Genau das tat auch Martin Schnafel. Er nahm das Tempo etwas heraus, widerstand aber dem Wunsch zu gehen.

 

Immer wieder dachte er auch an die Recherchen der letzten Wochen. Die Siegerzeiten in seiner Altersklasse lagen in den letzten Jahren bei etwa 9:45 Stunden. Eine Zeit, die auch für ihn im Bereich des Möglichen lag. Das trieb ihn weiter an und so erreichte er das Ziel nach 9:49:10 Stunden. Erst der Blick auf die Ergebnisliste brachte Gewissheit: Der Sieg in der M45 war perfekt. Dass er außerdem den Vereinsrekord gebrochen hatte, geriet schon fast zur Nebensache.

 

Quelle: Ahlener Zeitung     Silke Diecksmeier

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