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01.08. Glücksburg Ironmen
„Es war erste Sahne. Im Ziel habe ich richtig die Arme hochgerissen“, erzählte er. Doch auch zu Beginn wurden die Arme stark beansprucht. Schließlich hieß es, sich beim Schwimmstart schnell einen der vorderen Plätze zu erkämpfen. „Kurz nach dem Start gibt es eine scharfe 90 Grad-Kurve. Da geht es eng zu“, wusste Schnafel von vorherigen Starts an der Ostsee. Bis zu 800 Starter wollen schnell um die Kurve. Da kann man viel Zeit verlieren. Doch Schnafel überstand diese erste Schwierigkeit ohne Probleme. Danach benötigte er etwas Zeit, um seinen eigenen Rhythmus zu finden, doch auch dies gelang ihm schließlich. Am Ende konnte ihn nicht einmal die blendende Sonne entscheidend stören, so dass er das Schwimmen in guten 1:04:24 Stunden hinter sich brachte.
Danach ging es ohne viel Zeit zu verlieren aufs Rad. Obwohl die Strecke sich wellig und anspruchsvoll zeigte, bewegte sich Schnafel innerhalb seines vorher berechneten schnellen Zeitplans. Für die 180 Kilometer und die beiden Wechsel benötigte er gerade mal 5:12:41 Stunden. „Das fühlte sich sehr locker an. In der letzten Runde habe ich sogar das Tempo herausgenommen“, erzählt der ASC-Vorsitzende. So ging er mit relativ frischen Beinen auf die Laufstrecke, die es in sich hatte. Jede der fünf Runden hat eine schwierige Steigung, zudem wechselt der Untergrund ständig. „Von Schotter über Kies bis hin zu Asphalt ist alles dabei“, charakterisierte Schnafel die Strecke, die er besser als je zuvor durchlief. Lediglich in der dritten Runde, ein halber Marathon war gerade geschafft, kam eine Schrecksekunde. Die Euphorie war weg, bleierne Müdigkeit legte sich über seinen Körper. Aber genau da erinnerte er sich an die Fernsehübertragung der olympischen Winterspiele, bei denen ein Betreuer dem Athleten zurief: „Glaub an dich!“ Genau das tat auch Martin Schnafel. Er nahm das Tempo etwas heraus, widerstand aber dem Wunsch zu gehen.
Immer wieder dachte er auch an die Recherchen der letzten Wochen. Die Siegerzeiten in seiner Altersklasse lagen in den letzten Jahren bei etwa 9:45 Stunden. Eine Zeit, die auch für ihn im Bereich des Möglichen lag. Das trieb ihn weiter an und so erreichte er das Ziel nach 9:49:10 Stunden. Erst der Blick auf die Ergebnisliste brachte Gewissheit: Der Sieg in der M45 war perfekt. Dass er außerdem den Vereinsrekord gebrochen hatte, geriet schon fast zur Nebensache.
Quelle: Ahlener Zeitung Silke Diecksmeier
