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05.09. Köln 2
Ahlen, 08.09.2010
Geschafft! Gudrun Kraus im Ziel des Triathlon Köln (Cologne 226) überglücklich
Mit einem tollen Ergebnis beendete die ASC-Triathletin Gudrun Kraus ihren ersten Triathlon über die volle Distanz von 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen. Nach 12:23:16 Stunden landete sie als Zweite in ihrer Altersklasse W 50 sogar auf dem Siegertreppchen. Über die Hälfte der Strecke waren Meike Hoffmeister und Marc Dahmen erfolgreich unterwegs.
Die Freude stand Gudrun Kraus unter dem Zielbogen ins Gesicht geschrieben, vergessen waren die Momente des Zweifelns. Monatelang hatte sie sich mit den anderen aus dem Verein vorbereitet, am letzten Sonntag war es auch für Gudrun Kraus so weit. Die anderen ASC-Triathleten waren schon Anfang August in Glücksburg und Regensburg bei den ganz langen Rennen gestartet. Um kurz vor sieben stand sie am Sonntag ziemlich nervös am Rande des Fühlinger Sees bei Köln. Empfindlich frisch war es, der Nebel versperrte die Sicht auf den fast zwei Kilometer entfernten Wendepunkt. „Es war ein sehr emotionaler Moment. Ich hatte riesigen Respekt vor der Strecke“, sagte sie. Mit einem Feuerwerk wurde das Rennen gestartet und es lief gut für Kraus. Das Schwimmen war ihre Angstdisziplin. Im Hinterkopf war noch ein Rennen, das sie wegen einer Angstattacke im Wasser aufgeben musste. Schnell fand sie auf der Regattabahn jedoch die Markierungen, die die Orientierung leichter machten. Am Ende war sie etwas langsamer als gedacht, aber nach 1:33:48 Stunden wieder an Land.
Dort zog sie sich fürs Radfahren um, und musste wegen der niedrigen Temperaturen zusätzliche Kleidung anlegen. Sonst waren die Bedingungen gut: trocken war es und wenig windig. Kraus fühlte sich in ihrer Lieblingsdisziplin richtig wohl. „Die ganze Zeit hatte ich das Laufen im Kopf. Ich bin locker gefahren, aber so schnell, wie es ging.“ Dabei musste sie sich auf ihr Gefühl verlassen. Ihre Technik hatte sie in Form des Tachos schon auf den ersten Kilometern im Stich gelassen. Umso größer war die Freude, als sie die Zeit für das Radfahren realisierte. „Da kam die erste Euphoriewelle. Ich wusste, ich würde deutlich unter 6:30 Stunden für das Radfahren brauchen“, sagte Kraus. Als sie nach 6:13:51 Stunden auf die Laufstrecke ging, hatte sie daher Zeit, ihre mitfiebernde Familie und mitgereiste Fans zu umarmen.
Ob die müden Beine sie noch über die Marathonstrecke tragen würden, war die bange Frage, die Kraus sich nun stellte. Im Sommer hatte sie lange an einer Verletzung der Achillessehne laboriert und deshalb weniger trainieren können. Tatsächlich wurde die Strecke immer schwerer. Inzwischen war es später Nachmittag und besonders die letzte von vier Laufrunden fiel richtig schwer. Sie wurde etwas langsamer, das Ziel kam dennoch immer näher. Die Grundlagen aus der Vorbereitung auf den Hermannslauf und dem Trainingslager in der Toskana zahlten sich jetzt aus. Groß war der Jubel auf dem Zielstrich. Das Ziel, eine Triathlon-Langdistanz zu schaffen, war erreicht. Auf die Frage, wie es nach einem solchen Erfolg weitergeht, zögerte sie kurz. Dann sagte sie „Im Moment genieße ich nur“ und dachte dabei an das Wechselbad der Gefühle, die Anstrengung, Müdigkeit und den Stolz auf das Erreichte.
Über die Hälfte der Strecke gingen Meike Hoffmeister und Marc Dahmen an den Start. Hoffmeister befindet sich mitten in der Vorbereitung für ihren Start bei der inoffiziellen Ironman-Weltmeisterschaft im Oktober auf Hawaii, Dahmen wollte zum Saisonende noch ein Highlight setzen. 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21 Kilometer Laufen lagen vor Athleten, die am Mittag ins Wasser und damit ins Rennen geschickt wurden. Hoffmeister kam sehr gut ins Rennen. Nach 35:28 Minuten kam sie etwa drei Minuten vor Dahmen aus dem Wasser und wechselte aufs Rad. Bei inzwischen etwa 20 Grad Celsius lief das Radfahren besser als erwartet. Nach einer schnellen Anfangsphase befürchtete Hoffmeister, das Tempo nicht halten zu können, doch das Gegenteil war der Fall. Sie benötigte 2:36:28 Stunden für das Radfahren, Dahmen 2:38:55 Stunden. Beim Halbmarathon zeigte sich die größere Erfahrung von Meike Hoffmeister. Trotz der schnellen Radzeit hielt sie ein kontrolliert zügiges Tempo und benötigte nur 1:39:13 Stunden für den abschließenden Lauf. Die Gesamtzeit lag inclusive der Zeiten für die Wechsel bei 4:59:56 Stunden. Sie erreichte den dritten Platz in ihrer Altersklasse W 40 und war mehr als zufrieden: „Als ich sah, dass ich die Fünf-Stunden-Grenze knacken könnte, habe ich alles gegeben. Nur auf den letzten beiden Kilometern wurden die Beine etwas hart.“ Marc Dahmen musste indes auf der Laufstrecke seinem zu hohen Anfangstempo Tribut zollen. Er brach zum Ende etwas ein und kam nach insgesamt 5:17:15 Stunden ins Ziel.