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24.07. Ironman Frankfurt
Gravemeier mit Bestzeit beim Ironman Frankfurt
Trotz schwerer Bedingungen schaffte Annika Gravemeier im Trikot des ASC Ahlen beim Ironman in Frankfurt eine neue persönliche Bestleistung. Regen, Wind und vor allem kalte Temperaturen machten den Athleten zu schaffen. Umso glücklicher war die buchstäbliche Eisenfrau Gravemeier, die ihre Form im Vorfeld nicht genau einschätzen konnte.

Schon beim Start war klar, dass es kalt bleiben würde, auch mit Regen war zu rechnen. Beim Schwimmen störte dies jedoch nicht. „Ich wusste, dass ich nicht so schnell sein würde, wie im letzten Jahr“ sagte Gravemeier mit Blick auf ihre Vorbereitung für die 3,8 Kilometer lange Auftaktdisziplin. Ihre Stärken lagen bei den anderen Disziplinen. Der gefürchtete Massenstart der über 2.000 Athletinnen und Athleten verlief glimpflich. Gravemeier fand ihren Rhythmus gut. Nach zwei Runden im Langener Waldsee lief sie in die Wechselzone, das Rennen war bis dahin 1:09:33 Stunden alt.
Knapp 5 Minuten brauchte Gravemeier für den Wechsel. Es regnete, das musste sie bei der Kleiderwahl bedenken. Die Fahrt auf dem Rad würde fünfeinhalb bis sechs Stunden dauern. Eine Zeit, auf der die Kleidung nicht zu warm sein darf, auf der anderen Seite drohte die Auskühlung durch nasse Sachen. Trotz des Regens ging es mit Rückenwind zunächst gut los. Kleine Neoprenüberzieher für die Schuhe erwiesen sich als Glücksgriff. Im Laufe des Radrennens ließ der Regen nach, dafür wurde der Wind immer stärker. „Auf den letzten 40 Kilometern kam der Wind von vorn und ich wurde immer langsamer“, sagte Gravemeier. Jetzt hieß es durchhalten, mentale Stärke war gefragt. Am Ende lag die Durchschnittsgeschwindigkeit trotzdem bei über 32 km/h. 5:39:38 h, da war der Radsplit vorbei. Gravemeier hatte viel Energie verbraucht, war trotzdem einigermaßen unbeschadet und ohne Sturz von der Strecke gekommen. Viele andere mussten wegen der schwierigen Bedingungen schon während des Radfahrens oder später beim Laufen das Rennen entkräftet aufgeben.
Auf die Laufstrecke am Main mitten in Frankfurt lief sie sehr schnell. „Ich war einfach froh, dass das Radfahren vorbei war und so gut geklappt hat“, so Gravemeier später. Mit der Erfahrung aus früheren Rennen fand sie ihre Konzentration wieder. Sie wusste, dass ein zu hohes Tempo die letzten Kräfte rauben würden. „Ein richtig hartes Rennen“, sagte sie später, „es war Kopfsache, sich bei den Bedingungen auf das Ziel zu fixieren“. Wahrscheinlich über 20 Energiegels vertilgte sie über die Renndauer, die genaue Anzahl ließ sich nicht mehr nachvollziehen. Gravemeier vertrug die Gels gut und hatte keine Probleme mit dem Magen. Experten zu Folge werden bei Ironman-Rennen etwa 10.000 Kilokalorien verbraucht und müssen dem Körper auch schon währenddessen zurückgeführt werden. Der Wettkampf verlangt auch dem Magen-Darm-Trakt alles ab. Gravemeier lief den abschließenden Marathon durch, erstmals, wie sie sagte. Auch bei den Verpflegungsstellen hielt sie nicht an. Trotz der sich einstellenden Schmerzen in der Oberschenkelmuskulatur lief sie Runde um Runde, von Wendepunkt zu Wendepunkt. Zum Schluss führte ein roter Teppich vom Main hinauf zum Römer. Zwischen dichten Zuschauerreihen bot Frankfurts historischer Platz den würdigen Rahmen der sportlichen Helden des Tages. 11:05:35 Stunden lautete ihre Endzeit, die sie auf der großen Anzeigetafel ablesen konnte. Getreu dem Motto, das sich irgendwo an jeder Ironman-Strecke findet: Der Schmerz geht, der Stolz bleibt.